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TraffiStar S350 (Jenoptik) 2026: Laserscanner & Mehrspur-Messung
Der TraffiStar S350 von Jenoptik Robot GmbH ist ein stationäres Laserscanner-Messsystem, das insbesondere an Bundesautobahnen und Bundesstraßen eingesetzt wird. Das Gerät kann mehrere Fahrzeugarben (Mehrzielmessung) gleichzeitig erfassen und bietet damit eine automatisierte Geschwindigkeitskontrolle ohne Kamerabedienung. Die Technologie basiert auf Laserscanning und ermöglicht eine präzise Erfassung von Fahrzeuggeschwindigkeiten unabhängig von Lichtverhältnissen.
Technische Funktionsweise
Der TraffiStar S350 arbeitet mit einem Laser-Scan-System (LIDAR), das die Fahrbahn kontinuierlich mit Laserpulsen abscannt. Das System ermöglicht eine Mehrspur- und Mehrzielmessung, d.h. es können mehrere Fahrzeuge gleichzeitig und in verschiedenen Fahrtspuren erfasst werden. Die Geschwindigkeit wird durch Weg-Zeit-Berechnung ermittelt: Das System misst die Position eines Fahrzeugs zu verschiedenen Zeitpunkten und errechnet daraus die Geschwindigkeit.
Das Gerät ist speziell für den Einsatz an Bundesautobahnen konzipiert und verfügt über eine ausgezeichnete Reichweite. Die Erfassung erfolgt automatisch und kontinuierlich, wodurch eine permanente Geschwindigkeitsüberwachung möglich ist. Das System nutzt PTB-zugelassene Messtechnik und ist mit entsprechenden Kalibrier- und Wartungsprotokollen ausgestattet.
Ein kritischer Punkt ist die Datenverarbeitung: Der TraffiStar S350 speichert normalerweise keine detaillierten Rohmessdaten, sondern nur ausgewählte Parameter. Dies führt zu ähnlichen Problemen wie beim PoliScan Speed, insbesondere bezüglich der Nachprüfbarkeit von Messungen.
Technische Daten
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Hersteller | Jenoptik Robot GmbH |
| Messprinzip | Laserscanner mit Mehrspur-/Mehrzielmessung |
| PTB-Zulassung | 18.11/15.06 |
| Messbereich | ca. 6 bis 350 km/h |
| Toleranz | 3 km/h (bis 100 km/h) / 3 % (über 100 km/h) |
| Einsatzart | Stationär (Autobahnaufstellung) |
Häufige Fehlerquellen
Der TraffiStar S350 ist in mehreren Punkten fehleranfällig und wird häufig Gegenstand von erfolgreichen Einsprüchen:
- Keine Speicherung von Rohmessdaten: Das Gerät speichert typischerweise keine Rohmessdaten, sondern nur aufbereitete Messwerte. Dies macht eine unabhängige Überprüfung der Messung unmöglich und ist von Gerichten als problematisch beurteilt worden.
- Zuordnungsprobleme bei dichtem Verkehr: Bei mehrspurigem und dichtem Verkehr können Zuordnungsprobleme entstehen, besonders wenn Fahrzeuge sehr dicht nebeneinander fahren. Das System muss eindeutig zwischen den Fahrzeugen unterscheiden, was nicht immer zuverlässig funktioniert.
- Auswerterahmen-Problematik: Der sogenannte Auswerterahmen (die Zone, in der das Gerät Messungen vornimmt) kann fehlerhaft definiert sein. Eine genaue Festlegung der Messstrecke ist erforderlich, wird aber nicht immer dokumentiert.
- Kalibrierungsfehler: Abweichungen bei der Kalibrierung und Wartung können zu systematischen Messfehlern führen. Die erforderlichen Wartungs- und Kalibrierprotokolle müssen vorgelegt werden.
- Wettereinflussfaktoren: Regen, Nebel oder Schnee können die Lasererfassung beeinträchtigen und zu fehlerhaften Messungen führen.
Wichtige Rechtsprechung
Das Verfassungsgericht des Saarlandes hat sich zur Frage der Rohmessdaten-Speicherung grundsätzlich geäußert und betont, dass die fehlende Möglichkeit, Rohmessdaten einsehen zu können, die Überprüfbarkeit von Messungen erheblich einschränkt. Dies gilt gleichermaßen für den TraffiStar S350 wie für das PoliScan Speed.
Mehrere Oberlandesgerichte haben Entscheidungen gefällt, die die Anforderungen an standardisierte Messverfahren konkretisieren. Insbesondere die korrekte Aufstellung und die Einhaltung der Bedienungsanleitung sind essentiell. Wenn diese Anforderungen nicht erfüllt sind, können Messungen fehlerhaft sein.
In der Praxis berichten Verkehrsanwälte von guten Erfolgsquoten bei Einsprüchen, wenn die fehlenden Rohmessdaten angefordert werden und nicht zur Verfügung gestellt werden können.
Einspruch gegen TraffiStar S350 Messung
Ein erfolgreicher Einspruch gegen eine TraffiStar-S350-Messung sollte folgende Punkte thematisieren: (1) Die fehlende Speicherung und damit fehlende Verfügbarkeit von Rohmessdaten, (2) Mögliche Zuordnungsprobleme bei mehrspurigem Verkehr, (3) Die genaue Definition des Auswerterahmens und deren Dokumentation, (4) Aktuelle Wartungs- und Kalibrierungszertifikate des Geräts. Die Anfoderung, dass Rohmessdaten zur Verfügung gestellt werden, scheitert bei diesem Gerät häufig, da diese nicht gespeichert werden - dies ist ein enormer Vorteil für den Betroffenen.
Es ist empfehlenswert, den Sachverhalt unter Hinweis auf die Rechtsprechung zur Rohmessdaten-Problematik zu bearbeiten. Viele Gerichte haben mittlerweile akzeptiert, dass die fehlende Verfügbarkeit von Rohmessdaten ein Grund für die Aufhebung eines Bußgeldbescheids darstellt. Ein erster Anruf bei der zuständigen Behörde, um Rohmessdaten anzufordern, ist strategisch sinnvoll und dokumentiert das Verteidigungsinteresse.
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PoliScan Speed (Vitronic) 2026: Technik, Fehlerquellen & Einspruch
Das PoliScan Speed der Firma Vitronic ist eines der am weitesten verbreiteten Geschwindigkeitsmessgeräte im deutschsprachigen Raum. Das Gerät nutzt modernes LIDAR-Messprinzip (Laser Imaging Detection and Ranging) zur Geschwindigkeitsmessung und wird von Polizeibehörden in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt. Mit seinen zahlreichen Funktionen ermöglicht es sowohl stationäre als auch semi-stationäre Messungen. Allerdings sind die technischen Eigenschaften und insbesondere die Handhabung des Gerätes in der Rechtsprechung seit Jahren umstritten.
Technische Funktionsweise
Das PoliScan Speed arbeitet nach dem LIDAR-Messprinzip, wobei ein Laserscanner die Fahrbahn sektorweise abscannt. Das Gerät emittiert Laserpulse im Infrarotbereich (meist um 905 nm) und misst die Laufzeit des zurückkehrenden Signals. Basierend auf der gemessenen Laufzeit berechnet das System die Entfernung zum Fahrzeug. Durch die kontinuierliche Abtastung der Fahrbahn in mehreren Positionen (Scanning) werden die Positionen von Fahrzeugen zeitlich hintereinander gemessen, woraus die Geschwindigkeit durch Weg-Zeit-Berechnung ermittelt wird.
Das System verfügt über eine digitale Kamera zur Fotodokumentation des gemessenen Fahrzeugs. Die Fotodokumentation ist entscheidend für die spätere Identifikation des Fahrzeugführers und wird als Beweismittel in den Bußgeldverfahren verwendet. Das Gerät kann sowohl stationär an festen Aufstellungsorten als auch semi-stationär (von einem Messfahrzeug aus oder von einem Anhänger) betrieben werden.
Ein kritischer Punkt bei der PoliScan-Speed-Messung ist die sogenannte Smear-Effekt-Problematik: Bei der Fotodokumentation kann es zu Bewegungsunschärfe (Smear) kommen, wenn das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Aufnahme noch in Bewegung ist. Dies kann Auswirkungen auf die Fotodokumentation haben, ohne die Messung selbst zu beeinflussen.
Technische Daten
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Hersteller | Vitronic GmbH |
| Messprinzip | LIDAR-Laserscanner, Fahrbahn sektorweise scannend |
| PTB-Zulassung | 18.11/08.05 (mehrfach ergänzt und aktualisiert) |
| Messbereich | ca. 6 bis 300 km/h (je nach Aufstellung) |
| Toleranz | 3 km/h (bis 100 km/h) / 3 % (über 100 km/h) |
| Einsatzart | Stationär, semi-stationär, mobil von Messfahrzeug |
Häufige Fehlerquellen
Das PoliScan Speed ist vielfach in der Rechtsprechung Gegenstand von Einsprüchen. Folgende Fehlerquellen sind typisch:
- Smear-Effekt bei Fotodokumentation: Die digitale Fotodokumentation kann bei bewegten Fahrzeugen zu Bewegungsunschärfe führen. Dies betrifft zwar nicht die eigentliche Messung, kann aber die Lesbarkeit und Authentizität des Fotos beeinträchtigen.
- Fehlende Rohmessdaten (Statistikdatei): Das Gerät speichert typischerweise keine detaillierten Rohmessdaten, die eine objektive Überprüfung der Messung ermöglichen würden. Die sogenannte Statistikdatei wird oft nicht zur Verfügung gestellt, was Gerichte als problematisch einstufen.
- Mehrzielproblematik: Bei dichtem Verkehr mit mehreren Fahrzeugen nebeneinander kann das System Schwierigkeiten haben, das richtige Fahrzeug korrekt zu erfassen und zuzuordnen. Dies ist ein bekanntes Problem bei Mehrspur-Messungen.
- Software-Updates ohne neue Zulassung: Vitronic führt regelmäßig Software-Updates durch. Solche Updates können die Messergebnisse verändern, ohne dass eine neue PTB-Zulassung vorliegt. Dies ist in mehreren Gerichtsurteilen als problematisch bewertet worden.
- Aufstellungsfehler: Die genaue Position und Neigung des Geräts ist entscheidend. Fehlerhafte Aufstellung kann zu systematischen Messabweichungen führen.
- Lichtverhältnisse: Extreme Lichtverhältnisse (Gegenlicht, Blendung) können die Lasererfassung beeinträchtigen.
Wichtige Rechtsprechung
Das Saarländische Verfassungsgericht (VerfGH) hat sich intensiv mit der PoliScan-Speed-Problematik auseinandergesetzt. Insbesondere zur Frage der Rohmessdaten hat das Gericht entschieden, dass die fehlende Speicherung und Bereitstellung von Rohmessdaten die Nachprüfbarkeit der Messung erheblich einschränkt. Dies ist für die Zulässigkeit von Bußgeldverfahren problematisch.
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich zu standardisierten Messverfahren geäußert und betont, dass die Einhaltung der Zulassungsvoraussetzungen und Bedienungsanleitungen erforderlich ist. Mehrere Oberlandesgerichte (insbesondere OLG Celle, OLG Bamberg) haben Messungen mit PoliScan Speed aufgehoben, wenn Abweichungen von den Aufstellvorschriften oder der Bedienungsanleitung festgestellt wurden.
Eine besonders wichtige Entscheidung betrifft die Nachprüfbarkeit: Gerichte sehen das Fehlen von Rohmessdaten als Verstoß gegen das Grundprinzip der Überprüfbarkeit von Messungen an. Dies kann zu Beweisseinsprochen führen.
Einspruch gegen PoliScan Speed Messung
Einsprüche gegen PoliScan-Speed-Messungen haben gute Erfolgsaussichten, insbesondere wenn folgende Punkte angeführt werden: (1) Fehlende Rohmessdaten und damit verbundene fehlende Überprüfbarkeit der Messung, (2) Mögliche Mehrzielproblematik bei mehrspurigem Verkehr, (3) Mögliche Aufstellungsfehler des Geräts oder Abweichungen von den Bedienungsanleitungen, (4) Fehlende Wartungs- und Kalibrierungsprotokolle. Es ist ratsam, den aktuellen Zulassungsstatus (PTB-Zulassung) zu überprüfen und zu klären, welche Software-Version zum Zeitpunkt der Messung eingesetzt wurde.
Viele Anwälte berichten von hohen Erfolgsquoten bei Einsprüchen gegen PoliScan-Speed-Messungen, gerade wegen der Rohmessdaten-Problematik. Es ist wichtig, bereits beim ersten Einspruch gezielt auf diese Mängel hinzuweisen und gegebenenfalls externe Sachverständige einzuschalten. Die Forderung nach Einsicht in Rohmessdaten und Wartungsprotokollen ist häufig erfolgreich.
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