TRAFFIPAX TraffiPhot S 2026: Starenkasten mit Schleifentechnik
Der TRAFFIPAX TraffiPhot S (auch als Starenkasten bekannt) ist ein in Aufstellungsgehäusen montiertes, stationäres Geschwindigkeitsmessgerät der Firma Jenoptik Robot GmbH. Das System kombiniert Induktionsschleifen oder Piezosensoren in der Fahrbahn mit einer digitalen Kamera zur Fotodokumentation. Der Starenkasten ist eine der ältesten und klassischsten Formen der automatisierten Geschwindigkeitskontrolle in Deutschland.
Technische Funktionsweise
Das TraffiPhot S arbeitet mit Induktionsschleifen oder Piezosensoren, die in der Fahrbahn eingelassen sind. Diese Sensoren erfassen vorbeifahrende Fahrzeuge durch Induktionsänderungen (bei Schleifen) oder Druckwellen (bei Piezo-Sensoren). Basierend auf der Zeit, die ein Fahrzeug benötigt, um zwei aufeinanderfolgende Sensoren zu durchfahren, wird die Geschwindigkeit berechnet. Ein wichtiges Element ist die sogenannte Kalibrierung und die Vorverarbeitung der Sensorsignale.
Das System verfügt über einen Vorverstärker, der die Sensorsignale verarbeitet. Dieser kann analog oder digital arbeiten. Die digitale Variante mit intelligentem Piezo-Vorverständiger (IPV) ermöglicht bessere Kontrolle der Signalqualität. Zum Zeitpunkt der Messung wird ein Foto mit der integrierten Kamera aufgenommen, das das Fahrzeug und das Kennzeichen zeigt.
Ein kritischer Punkt bei diesem System ist die Wartung und Überprüfung der Sensoren. Die Induktionsschleifen müssen regelmäßig geprüft werden, Piezosensoren können verschleißen oder beschädigt werden. Eine fehlerhafte Kalibrierung des Vorverstärkers führt zu systematischen Messfehlern.
Technische Daten
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Hersteller | Jenoptik Robot GmbH |
| Messprinzip | Induktionsschleifen/Piezosensoren in Fahrbahn + Kamera |
| PTB-Zulassung | Z 18.11/90.29 |
| Messbereich | ca. 5 bis 200 km/h |
| Toleranz | 3 km/h (bis 100 km/h) / 3 % (über 100 km/h) |
| Einsatzart | Stationär (Starenkasten) |
Häufige Fehlerquellen
Der TRAFFIPAX TraffiPhot S ist seit Jahrzehnten in Betrieb und weist mehrere typische Fehlerquellen auf:
- Piezo-Vorverstärker (analog vs. digital): Die Art des Vorverstärkers hat großen Einfluss auf die Messgenauigkeit. Analoge Vorverstärker sind anfällig für Drift und Temperaturänderungen. Digitale Vorverstärker sind robuster, müssen aber regelmäßig kalibriert werden.
- Wartung der Schleifen: Induktionsschleifen unterliegen Verschleiß und können durch Unebenheiten in der Fahrbahn beschädigt werden. Regelmäßige Wartung und Überprüfung ist erforderlich. Häufig wird die Wartung vernachlässigt.
- Temperatureinflüsse: Temperaturwechsel beeinflussen die Funktion der Sensoren und des Vorverstärkers. Extreme Hitze oder Kälte können zu Messabweichungen führen.
- Piezorichtlinie: Für Piezosensoren ist die korrekte Ausrichtung (Piezorichtlinie) wichtig. Fehlerhafte Ausrichtung führt zu falschen Messwerten. Diese wird oft nicht dokumentiert.
- Schleifenbruch: Induktionsschleifen können brechen. Ein Schleifenbruch führt zu fehlerhaften oder unmöglichen Messungen. Dies wird manchmal nicht rechtzeitig bemerkt.
- Kalibrierungsfehler: Eine falsche oder veraltete Kalibrierung des Vorverstärkers führt zu systematischen Messfehlern. Die Kalibrierprotokolle müssen vorgelegt werden.
Wichtige Rechtsprechung
Das OLG Celle hat sich mit Wartungspflichten von Induktionsschleifen befasst und entschieden, dass regelmäßige Wartung und Überprüfung essentiell sind. Wenn Wartungsprotokolle fehlen oder die Wartung zu lange zurückliegt, können Messungen angefochten werden.
Die Piezorichtlinie ist in mehreren Gerichtsurteilen ein Thema gewesen. Die korrekte Ausrichtung der Piezosensoren muss überprüft und dokumentiert sein. Fehlerhafte Ausrichtung ist ein Grund für Einsprüche.
Viele Gerichte haben sich zu den Anforderungen an Schleifensysteme geäußert. Insbesondere die Notwendigkeit, Schleifenbrüche zu erkennen und zu beheben, wird betont. Ein unbeendeter Schleifenbruch kann zu Messungen führen, die nicht verwertbar sind.
Einspruch gegen TRAFFIPAX TraffiPhot S Messung
Ein Einspruch gegen eine TRAFFIPAX-TraffiPhot-S-Messung sollte folgende Aspekte berücksichtigen: (1) Wartungsprotokolle für die Induktionsschleifen anfordern - fehlen diese oder sind sehr alt, ist die Messung verdächtig, (2) Prüfung der Schleifenintegrität - war die Schleife zum Zeitpunkt der Messung intact?, (3) Kalibrierprotokolle des Vorverstärkers anfragen - wurde dieser korrekt kalibriert?, (4) Bei Piezosensoren: Überprüfung der Piezorichtlinie und deren Dokumentation, (5) Temperatureinflüsse überprüfen - könnten Wetter- oder Temperaturbedingungen die Messung beeinflusst haben?
Die Erfolgsaussichten sind relativ gut, wenn Wartungsmängel oder fehlende Kalibrierprotokolle nachgewiesen werden können. Viele Behörden führen Wartungen unregelmäßig durch. Eine Überprüfung der aktuellen Schleifenintegrität durch einen Sachverständigen kann sinnvoll sein. Hinweise auf Temperaturbeeinflussungen oder fehlerhafte Kalibrierung sind starke Argumente in Einsprüchen.
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