ESO ES 3.0 2026: Fahrbahnmessgerät mit Einseitensensor
Das ESO ES 3.0 ist ein in der Fahrbahn eingelassenes Messsystem der Firma ESO GmbH, das die Geschwindigkeit von Fahrzeugen mittels Helligkeitsprofilerfassung durch Lichtschranken misst. Das Gerät nutzt fünf in der Fahrbahn eingelassene Sensoren und ist eine der älteren, aber immer noch weit verbreiteten Geschwindigkeitsmesseinrichtungen in Deutschland. Das System ist vollständig stationär und wird üblicherweise in den Asphalt der Fahrbahn eingelassen.
Technische Funktionsweise
Das ESO ES 3.0 arbeitet mit einem Einseitensensor-Prinzip und nutzt Helligkeitsprofile, die durch Lichtschranken erfasst werden. Das System besteht aus fünf Sensoren, die in einer Fahrbahn angebracht sind. Diese Sensoren erfassen das Helligkeitsprofil vorbeifahrender Fahrzeuge durch Unterbrechung von Lichtstrahlen. Aus der Reihenfolge und dem Abstand der Unterbrechungen sowie der Dauer der Unterbrechung werden Fahrzeuggröße und Geschwindigkeit berechnet.
Das Messprinzip ist vergleichsweise einfach, aber auch fehleranfällig. Das Hauptproblem besteht darin, dass das System nur die Helligkeitswerte einer Seite erfasst und daher bei Spurwechseln oder bei Fahrzeugen, die nicht senkrecht über die Sensoren fahren, zu Fehlmessungen führen kann. Die Sensoren müssen regelmäßig kalibriert und gereinigt werden, da Verschmutzung zu Messfehlern führt.
Ein weiterer kritischer Punkt sind Witterungseinflüsse: Regen, Nässe oder auch Laub können die Lichtschrankenfunktion beeinträchtigen und damit die Messgenauigkeit gefährden. Das System benötigt daher kontinuierliche Wartung und regelmäßige Kontrolle der Sensoren.
Technische Daten
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Hersteller | ESO GmbH |
| Messprinzip | Einseitensensor mit Helligkeitsprofilen (Lichtschranke), 5 Sensoren |
| PTB-Zulassung | 18.11/04.01 |
| Messbereich | ca. 10 bis 250 km/h |
| Toleranz | 3 km/h (bis 100 km/h) / 3 % (über 100 km/h) |
| Einsatzart | Stationär (in Fahrbahn eingelassen) |
Häufige Fehlerquellen
Das ESO ES 3.0 ist für mehrere typische Fehlerquellen anfällig, die in der Rechtsprechung diskutiert werden:
- Verschmutzung der Sensoren: Die Lichtschranken-Sensoren sind schnell verschmutzt (Straßenschmutz, Laub, Insekten). Eine Verschmutzung führt zu Messfehlern. Regelmäßige Reinigung ist erforderlich, die dokumentiert sein muss.
- Fehlzuordnung bei Spurwechsel: Das Einseitensensor-Prinzip erfasst nur die Helligkeit auf einer Seite. Wenn ein Fahrzeug beim Durchfahren der Sensoren die Spur wechselt, kann es zu Zuordnungsfehlern kommen.
- Witterungseinflüsse: Regen, Feuchtigkeit, Schnee und Eis beeinträchtigen die Funktion der Lichtschranken erheblich. Die Genauigkeit der Messung sinkt bei ungünstigen Wetterbedingungen.
- Kalibrierungsprobleme: Das System muss regelmäßig kalibriert werden. Fehlerhafte oder veraltete Kalibrierung führt zu systematischen Messabweichungen. Die Kalibrierprotokolle müssen vorgelegt werden.
- Fahrzeuggröße-abhängige Fehler: Das System berechnet die Geschwindigkeit teils basierend auf Fahrzeuggröße. Für sehr große oder sehr kleine Fahrzeuge kann dies zu Abweichungen führen.
- Verschleiß und Alterung: Das System ist relativ alt und unterliegt Verschleißerscheinungen. Alte Sensoren können an Genauigkeit verlieren.
Wichtige Rechtsprechung
Das ESO ES 3.0 fällt unter die standardisierten Messverfahren, wie sie vom Bundesgerichtshof (BGH) definiert wurden. Der BGH hat entschieden, dass standardisierte Messverfahren nur dann zulässig sind, wenn alle Bedienungsanleitungen eingehalten werden und eine regelmäßige Wartung und Kalibrierung dokumentiert ist.
Mehrere Oberlandesgerichte haben sich zu den Anforderungen an Fahrbahnmessgeräte geäußert. Die OLG-Entscheidungen betonen, dass die genaue Aufstellung des Geräts und die Einhaltung von Aufstellvorschriften essentiell sind. Insbesondere die Entfernung zwischen Sensoren und die korrekte Ausrichtung müssen dokumentiert sein.
Ein besonderer Schwerpunkt in der Rechtsprechung liegt auf der regelmäßigen Wartung und Reinigung. Wenn Wartungsprotokollen fehlen oder Wartungen zu lange zurückliegen, können Messungen angefochten werden.
Einspruch gegen ESO ES 3.0 Messung
Ein Einspruch gegen eine ESO-ES-3.0-Messung sollte folgende Aspekte berücksichtigen: (1) Wartungs- und Reinigungsprotokolle der Sensoren einsehen - fehlen diese oder sind älter als ein paar Wochen, ist die Messung verdächtig, (2) Aktuelle Kalibrierprotokolle anfordern - es sollte dokumentiert sein, dass das Gerät korrekt kalibriert war, (3) Die Witterungsbedingungen zum Zeitpunkt der Messung überprüfen - bei Regen oder Nässe ist das System fehlerhaft, (4) Mögliche Spurwechsel-Problematik bei Mehrspurstraßen anführen.
Die Erfolgsaussichten bei ESO-ES-3.0-Messungen sind relativ gut, insbesondere wenn auf fehlende Wartungsnachweise oder ungünstige Witterungsbedingungen hingewiesen wird. Viele Behörden führen Wartungen nicht regelmäßig durch oder dokumentieren sie unzureichend. Dies bietet gute Angriffsflächen für Einsprüche. Ein Sachverständigen-Gutachten zur Überprüfung der Sensoren und deren Funktion kann sinnvoll sein.
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